Mein Weg von einer aversiv zu einer positiv arbeitenden Hundetrainerin.

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Chico zog vor einer gefühlten Ewigkeit als sieben Monate alter Junghund bei mir ein. Bei seinem Training habe ich mich an das erinnert, was ich bereits früh bei der familiären Deutschen Schäferhunde Zucht verinnerlicht hatte: Fehlverhalten wird geahndet. Ich verwende kein Futter. Als Motivationsmittel gibt es verbales Lob oder ein Lieblingspieli. Das brachte uns immerhin Erfolge bis in die höchste Klasse von Rallye Obedience.

Nun ist Chico ein Labrador-Viszla-Mix und kein Deutscher Schäferhund (die halten schon einges mehr aus). Und das zeigte sich ziemlich deutlich. Mein Trainingsergebnis war nämlich ein kleiner, angespannter Soldat, der alles brav ausführte, was ich von ihm wollte, aber ohne Freude neben mir her lief. Wir wurden oft gelobt, weil Chico so gut hörte. Doch es fühlte sich nicht gut an. Zumal Chico psychosomatisch reagierte, sich immer häufiger übergab und die Verdauung einfach nicht besser werden wollte.

Also habe ich recherchiert und stieß auf Training über positive Verstärkung. Mein erster Eindruck: Das ist ja ganz nett, aber das kann nicht funktionieren! In wichtigen Momenten muss ein Hund hören und da braucht es auch mal Druck. Viel zu unsicher.

Heute weiß ich, wie falsch ich lag. Glücklicherweise landete ich über Umwege bei der Tierakademie Scheuerhof und lernte mein Trainerhandwerk nochmal ganz neu. Quasi von der Pike auf.

Die Arbeit über positive Verstärkung ist mehr eine Arbeit an sich selber als am Tier. (Dr. Viviane Theby, Gründerin der Tierakademie Scheuerhof)

Heute weiß ich: Kein Verhalten ist sicherer abrufbar als ein positiv aufgebautes. Mein Chico, meine vielzähligen Gassi-Hunde und meine Trainees sind der lebende Beweis. Jeden Tag auf’s Neue.

Heute weiß ich: Es ist so viel schöner, Chico und alle anderen mir anvertrauten Hunde über Futter oder andere Verstärker zu motivieren, anstatt ihnen Angst zu machen, zu schimpfen, zu rucken, mit Dingen um mich zu werfen etc.

Natürlich gibt es auch bei meinen Gassi- und Trainee-Hunden solche, die aversiv erzogen wurden. Das erkenne ich schnell. Doch Hunde lernen auch Kontext abhängig. Und ich liebe diese Gänsehaut-Momente im Gassi Service, wenn ich in die erstaunten Augen eines Neuzugangs blicke, wenn dieser bemerkt, dass es bei mir anders läuft. Noch viel schöner sind allerdings die Augen der Hundehalter, die während eines Trainings plötzlich verstehen, worum es geht.

Das Training ist für mich als Hundetrainerin, Dogwalkerin und Hundehalterin erst mal gefühlt aufwändiger. Denn ich muss mir selbst klar darüber werden, welches Verhalten der jeweilige Hund zeigen soll bzw. ich haben möchte. Dann muss ich das trainieren. Und ich muss wissen wie ich dahin komme. Wer aber weiß, dass mit Druck geschaffenes Verhalten nur mit Druck erhalten werden kann, kann sich eigentlich selbst beantworten, was tatsächlich mehr Aufwand macht.

Am schwierigsten war allerdings für mich, die Verantwortung für mein früher gelerntes Trainingsverhalten, meine eigenen Impulse zu übernehmen und diese in den Griff zu bekommen. Aufzuhören, in meinen Hund bzw. in Hunde etwas hinein zu interpretieren, sondern das Verhalten objektiv zu betrachten. Und mich und meine Methoden immer wieder zu hinterfragen.

Willst Du das Verhalten deines Tieres ändern, musst du dein eigenes Verhalten ändern. (Bob Bailey)

Das Erkennen ist das Eine. Das Umsetzen ist das Andere. Das ist eine Entscheidung. Das muss man wollen. Wenn Du mit mir zusammen trainieren möchtest, musst auch Du das wollen, denn daran werden wir sicher arbeiten.

Ich lade Dich herzlich dazu ein, Dich auf den Weg zu machen. Wenn Du magst, gerne mit mir gemeinsam.

Auf jeden Fall freue ich mich darauf, von Dir zu hören.